Das Geheimnis von Wagyu

Das Wagyu-Rindfleisch ist bekannt für sei­ne aus­ser­ge­wöhn­li­che Marmorierung, sei­ne zar­te Textur und sei­nen unver­gleich­li­chen Geschmack und gilt als Symbol für
Gourmetgenuss. Aber was macht es wirk­lich so beson­ders? Wir haben mit Massimo Trazza, Leiter der Fleischbeschaffung bei Bianchi, gespro­chen, um zu ver­ste­hen, was es braucht, um eines der begehr­te­sten Rinder der Welt zu züch­ten. „Wagyu ist Handwerkskunst“, sagt Trazza. „Jedes Detail, von der Fütterung bis zur Pflege, beein­flusst die Qualität. Mit jedem Bissen schmeckt man jah­re­lan­ge Präzision.“

Bianchi x H Magazine

Leiter Einkauf Fleisch bei Bianchi – Massimo Trazza

Was Wagyu von ande­rem Rindfleisch unter­schei­det, ist nicht nur die Rasse, son­dern vor allem das Fett. Die cha­rak­te­ri­sti­sche intra­mus­ku­lä­re Marmorierung des Fleisches sorgt für sei­ne berühm­te zar­te Textur und sei­nen reich­hal­ti­gen Geschmack. Im Gegensatz zu her­kömm­li­chem Rindfleisch stammt Wagyu von leich­te­ren Tieren, die mit Sorgfalt und Liebe auf­ge­zo­gen wer­den, was zu einem Premiumprodukt führt, das eine Welt für sich ist.

In der Schweiz genies­sen Wagyu-Rinder wäh­rend der Vegetationsperiode sai­so­na­le Weidehaltung und im Winter kom­for­ta­ble Ställe mit Zugang zum Freien. Dieser Ansatz spie­gelt die tra­di­tio­nel­len Schweizer Tierhaltungspraktiken wider und erzielt den­noch die hohe Marmorierung, für die Wagyu bekannt ist.

Kobe-Rindfleisch ist eine bestimm­te Art von Wagyu, die aus­schliess­lich aus der japa­ni­schen Region Kobe stammt. Ähnlich wie bei Champagner oder Parmaschinken ist der Name geschützt und steht für stren­ge Qualitätsstandards. Nur elf zer­ti­fi­zier­te Produzenten dür­fen ihr Rindfleisch als ech­tes Zeichen für Herkunft und Spitzenqualität als Kobe-Rindfleisch kennzeichnen.

Die Aufzucht von Wagyu erfor­dert Geduld. Während die mei­sten kom­mer­zi­el­len Rinder inner­halb von ein bis zwei Jahren auf­ge­zo­gen wer­den, benö­tigt Wagyu bis zu drei Jahre – drei­mal so lan­ge wie Natura-Beef und dop­pelt so lan­ge wie Weiderinder. Die län­ge­re Aufzuchtzeit trägt erheb­lich zur Qualität und zum Preis des Fleisches bei. Längere Aufzuchtzeiten bedeu­ten höhe­re täg­li­che Kosten für Futter, Pflege und Tierschutz. Über drei Jahre sum­mie­ren sich die­se Ausgaben, aber sie sind uner­läss­lich, um die fei­ne Marmorierung und außer­ge­wöhn­li­che Zartheit zu erzie­len, die authen­ti­sches Wagyu auszeichnen.

Glauben Sie, Luxus sei nur etwas für Menschen? Dieser Mythos ist teil­wei­se wahr. Wagyu-Rinder in der Schweiz genie­ßen täg­lich Wellness-Annehmlichkeiten wie Bürstenmassagen, die die Durchblutung anre­gen und für Entspannung sor­gen. Ihre Ernährung? Zu 100 % aus eige­nem Anbau: hoch­wer­ti­ge Gerste, Mais und pro­te­in­rei­ches Heu. Einige bekom­men sogar Bier zu trin­ken, was ihre Wellness-Routine wohl noch genuss­vol­ler macht als Ihre. All dies trägt dazu bei, glück­li­che Kühe zu züch­ten – und unver­gess­li­ches Rindfleisch zu produzieren.

Der hohe Fettgehalt von Wagyu ist kein Zufall – er ver­leiht dem Fleisch sei­ne luxu­riö­se, but­ter­ar­ti­ge Textur und sei­nen inten­si­ven Geschmack. Das Fett schmilzt bei etwa 40 °C, sodass es buch­stäb­lich im Mund zer­geht. Für ein per­fek­tes Ergebnis: Bei hoher Hitze anbra­ten, eine Kerntemperatur von 50 °C anstre­ben und erst nach dem Anbraten würzen.