Bianchis Firmengeschichte

Operative Inhaber der G. Bianchi AG

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Giuseppe Bianchi
(Gründer)

Aus einem Bericht im Zürcher «Tages-Anzeiger», 1979

Der Gründer der Firma, Giuseppe Bianchi, geb. 1857, gebür­ti­ger Mailänder, kam, nach­dem er in Florenz ein Traiteurgeschäft gelei­tet hat­te, als jun­ger Mann nach Genf, um dort die fran­zö­si­sche Sprache zu erler­nen und gleich­zei­tig sei­ne Branchenkenntnisse zu ver­voll­stän­di­gen. [read more] 

Zwei Jahre spä­ter über­sie­del­te Giuseppe nach Zürich und grün­de­te 1881 an der untern Strehlgasse ein eige­nes klei­nes Geschäft. Zunächst han­del­te er nur mit Obst und Gemüse, sowie ita­lie­ni­schen Wurstwaren, und begnüg­te sich mit der Hilfe eines Arbeiters. Im Verlaufe der näch­sten Jahre lern­te er die Tochter vom Hotel Krone am Limmatquai, Frau Emma Schneebeli, ken­nen, die er 1886 hei­ra­te­te. 1889 erwarb sich G. Bianchi die Liegenschaft Marktgasse 3 „zum Schwendekeller“. Er liess die­sel­be voll­stän­dig nie­der­rei­ßen und neu auf­bau­en. Etwas spä­ter wur­de ihm auch das dar­an anschlies­sen­de Haus an der Marktgasse 5, „zum gol­de­nen Ring“ genannt, von David Sprüngli (dem Gründer der Firma Sprüngli) nach des­sen Wegzug an den Paradeplatz, käuf­lich abge­tre­ten. 1892 erfolg­te der Kauf einer Liegenschaft am Zeltweg (Sprechersprache) mit Stallungen und Lagerräumen. Durch die­se bau­li­chen Vergrößerungen war er in der Lage, den Grossverkauf von Fischen, Geflügel und Wildbret zu tätigen.

In sei­ner jun­gen Gattin hat­te G. Bianchi eine tüch­ti­ge und uner­müd­li­che Mitarbeiterin gefun­den, die am Aufstieg des Geschäftes einen gebüh­ren­den Anteil hat. Der 1884 enga­gier­te Angestellte Jb. Wolfer blieb dem Geschäft über 50 Jahre treu, denn auch im Ruhestand küm­mer­te er sich noch täg­lich um sei­ne frü­he­ren Obliegenheiten. Die erste Buchhalterin wur­de 1889 angestellt.

Das Ehepaar Bianchi-Schneebeli hat­te vier Kinder, wel­che alle, wenn es die Arbeit erfor­der­te, den Eltern im Geschäft tap­fer mit­hal­fen. Der Sohn Giuseppe «Nino» Bianchi schlug die kauf­män­ni­sche Laufbahn ein; nach Beendigung der Schulen lern­te er in St. Moritz und Nizza die Hotelküche ken­nen und ging hier­auf in die Bresse, um sich mit der Geflügelbranche  à fond ver­traut zu machen. In England erwei­ter­te er sei­ne Sprach- und Branchekenntnisse, wur­de jedoch aus der Fremde heim­be­ru­fen, als sein Vater ernst­lich erkrank­te. Er leb­te sich unter der kun­di­gen Führung sei­ner Eltern ins Geschäft ein, mach­te sich mit jun­gem Enthusiasmus an die neue Aufgabe und wur­de bald zum selb­stän­di­gen Leiter der Firma. Als der Gründer 1920 starb, war der Sohn somit schon als Nachfolger im Amte.

Mit den sich neu eröff­nen­den Importmöglichkeiten der Nachkriegszeit nahm der Geschäftsumfang stän­dig zu und erfor­der­te bald wie­der eine Erweiterung der Geschäftsräumlichkeiten. Zu die­sem Zwecke kauf­te Giuseppe «Nino» Bianchi 1924 das anschlie­ßen­de Haus an der Metzgergasse 4, genannt „zum schwar­zen Sternen“ und im glei­chen Jahre kam noch der obe­re Teil an der Metzgergasse 6, das Haus „zum Lichthof“ hin­zu. Die Mauern wur­den durch­ge­bro­chen und es ent­stand ein Ganzes, wodurch Magazin und Lagerräume wesent­lich ver­grö­ßert wer­den konn­ten. Mit der Gebäudeerweiterung hielt die Zahl der Angestellten Schritt. Gründer Giuseppe Bianchi hat­te mit einem ein­zi­gen Arbeiter begon­nen, wäh­rend der heu­ti­ge Personalbestand unter dem Sohn Giuseppe «Nino» Bianchi und jet­zi­gen Inhaber die Zahl 100 erreicht hat. Anlässlich des 50-jäh­ri­gen Geschäftsjubiläums (1931) grün­de­te Giuseppe «Nino» Bianchi eine Alters- und Invalidenversicherung zu Gunsten sei­ner Angestellten.

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1869:
Der Vater von Firmengründer Giuseppe Bianchi ver­stirbt an einer Kriegsverletzung. Er war ein Lebensmittelhändler an der Corso di Porto Romana, Mailand. Seine Kinder Edoardo (geb. 1865, Gründer Bianchi Autos/Motorräder/Fahrräder) und Giuseppe Bianchi (geb. 1857, Gründer G. Bianchi AG) wach­sen im Waisenhaus auf. Edoardo macht eine Lehre als Velomechaniker und Giuseppe eine im Lebensmittelhandel.

1881:
Giuseppe Bianchi eröff­net ein Geschäft an der Strehlgasse in Zürich,
wo er v.A. Zitrusfrüchte und ita­lie­ni­sche Wurstwaren anbietet.

1889:
Giuseppe Bianchi erwirbt die Liegenschaft Marktgasse 3 «Zum Schwendenkeller»

Giuseppe «Nino» Bianchi
(2. Generation)

1920 über­nahm mit Nino Bianchi die 2. Generation das Zepter des Unternehmens und bau­te das Geschäft mit dem Kauf wei­te­rer Liegenschaften an der Marktgasse und an der Metzgergasse aus und führ­te es erfolg­reich und mit gros­sem sozia­len Engagement durch die Wirren des 2. Weltkrieges.

1919:
Nino hei­ra­tet Huberta Hesse aus Frankfurt an der Oder

1920:
Nino über­nimmt das Geschäft und erwirbt das Haus Marktgasse 5, «Zum gol­de­nen Ring», von David Sprüngli (Konditorei Sprüngli). Das Haus beher­berg­te frü­her die ursprüng­li­che Konditorei Sprüngli. Sprüngli zog aber schon 1859 über die Standtmauern – er wur­de als ver­rückt erklärt – an den Paradeplatz. Zu die­ser Zeit war noch beab­sich­tigt, dort die Endstation des Zürcher Hauptbahnhofs zu errichten.

1924:
Nino kauft die bei­den angren­zen­den Liegenschaften an der Metzgergasse.

Eduard «Edi» Bianchi
(3. Generation)

Die Weiterentwicklung des Detailladens wur­de durch die 3. Generation ab 1974 durch Eduard Bianchi gestal­tet. Als Pionier führ­te er die Hauslieferungen in der Stadt Zürich ein und galt auch als Vorreiter für die Bereitstellung von leben­den Süsswasserfischen (Forellen und Karpfen). Das war zu die­ser Zeit ein abso­lu­tes Novum. Zu die­sem Zweck setz­te er sogar ein Floss auf der Limmat ein. Seine gros­se Leidenschaft galt dem loka­len Detailhandel und der Belieferung von Privathaushalten.

Giulio & Paolo Bianchi
(4. Generation)

Die 4. Generation über­nahm 1988 die ope­ra­ti­ve und stra­te­gi­sche Führung. Man erkann­te, dass das Comestibles-Geschäft an der Marktgasse in Zürich aus ver­schie­de­nen Gründen mit­tel­fri­stig nicht wei­ter­ge­führt wer­den konn­te. Eine grund­sätz­li­che Neuausrichtung, weg vom loka­len Detailhandel in der Stadt Zürich und hin zum Grosshandel wur­de not­wen­dig. Mit dem Gastro-Grosshandel soll­te ein neu­er Markt erschlos­sen wer­den, um Hotels und Restaurants sowie die auf­stre­ben­de Systemgastronomie schweiz­weit belie­fern zu können.
Der Umzug nach Zufikon dau­er­te von 1993 bis 1995. Das Ladengeschäft an der Marktgasse wur­de im Frühling 1998 end­gül­tig geschlos­sen. Bereits 1990 woll­te die 4. Generation die Aktien der G. Bianchi AG kau­fen, schluss­end­lich fand die­ser Aktienkauf 1997 erfolg­reich statt.
Der Strategiewechsel vom Betrieb eines loka­len Detailladens hin zu einem in der gan­zen Schweiz täti­gen Logistikunternehmen ist damit voll und ganz gelungen.

1983:
Einstieg ins Geschäft der 4. Generation (Paolo und Giulio Bianchi)

1988:
Übernahme der ope­ra­ti­ven Führung durch Paolo & Giulio

1997:
Aktienkauf durch Paolo und Giulio Bianchi

1998:
Wegzug von der Marktgasse in Zürich nach Zufikon im Aargau. Sitzverlegung der GBZ nach Zufikon fand am 12.05.1998 statt.

Dario & Luca Bianchi (5. Generation)

Und dass die Reise des Traditionsunternehmen auch in Zukunft wei­ter­geht ist durch den Einstieg von Dario und Luca, den Söhnen von Giulio und Paolo Bianchi, anfangs 2017 gewähr­lei­stet. Auf dass die­se Familientradition nie enden wird …

2017:
Einstieg ins Geschäft der 5. Generation

2021:
Übernahme der Geschäftsleitung und Aktienmehrheit

Eine Zeitreise in Bildern

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